Chatprotokoll

AUFRUF: Rettet unsere Hebammen!!!

Heute möchte ich einmal nicht über Freizeitaktivitäten mit unseren Kids schreiben, oder neue Spielplätze testen. Nein, ich möchte heute auf ein Thema aufmerksam machen, was glaube ich sehr unterschätzt wird. Und da ich selber zweifache Mutter bin, geht es auch mich etwas an. Jede Mutter, werdende Mutter oder Frau mit Kinderwunsch ist hier betroffen. Auch Ehemänner, Partner und Männer mit Kinderwunsch. Unsere Mütter und Väter die gerne Großeltern werden möchten. Unsere Geschwister die gerne einmal Neffen und Nichten haben möchten. Einfach ALLE die gerne Kinder haben möchten oder deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Daher lest diesen Blog und werdet aktiv!!

Ich habe mich heute intensiv mit meiner Freundin darüber unterhalten. Vielen ist dieser Aufruf bereits auf Portalen wie Facebook und Co. begegnet. Und ich muss zugeben, ich habe diesen Aufruf gewaltig unterschätzt. Ich dachte die ganze Zeit, das Hebammen “nur” nicht in Geburtshäusern oder zu Hause keine Geburten mehr durchführen dürfen. Aber da lag ich FALSCH! Und ich denke so geht es vielen anderen da draußen auch.

Was genau ist los?

Ab Juli 2015 dürfen Schwangere nicht mehr entbinden. Klingt komisch, ist aber so!
Durch die gestiegenen Haftpflichtversicherungsbeiträge unserer Hebammen, haben bereits viele Hebammen in den letzten Jahren ihren Beruf an den Nagel gehängt. Weil sie sich ihren Beruf nicht mehr leisten können. Geburtshäuser schließen und Geburtsabteilungen in Kränkenhäusern ebenfalls. Die “noch” praktizierenden Hebammen können sich zur Zeit vor Schwangerenanfragen kaum retten. Inzwischen gibt es zu wenige Hebammen für zu viele Schwangere. Die Wartelisten sind endlos!

Auszug aus der Petition - Rettet unsere Hebammen

“Hebammen sind per Gesetz dazu verpflichtet eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. 2003 zahlten sie noch 453 Euro Haftpflichtprämie im Jahr. In den letzten zehn Jahren sind die Kosten um das Zehnfache gestiegen. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8 Euro lohnt es sich nicht mehr, Geburtshilfe anzubieten. Seit 2010 haben sich ungefähr 20 Prozent der Hebammen aus der Geburtshilfe verabschiedet. Für werdende Familien bedeutet das: Ihre Grundversorgung wird nicht mehr flächendeckend gewährleistet, das Menschenrecht auf freie Wahl des Geburtsortes verletzt.

Im Juli 2014 soll die Haftpflichtprämie für Hebammen erneut um 20 Prozent erhöht werden. Ganz aktuell haben wir erfahren, dass es für Hebammen ab 1.7.2015 keinen Versicherer innerhalb der Verbände geben wird, wodurch nur noch die Allianz übrig bleibt, die jetzt schon unbezahlbar ist und zu der auch nur die Hebammen wechseln dürften, die schadensfrei sind. Die Situation hat sich dramatisch zugespitzt!

Die Hebammen in den Kliniken und insbesondere die Beleghebammen arbeiten ebenfalls unter widrigen Bedingungen, was in der Diskussion um die außerklinische Geburtshilfe unterzugehen droht. Unsere Sorge gilt ALLEN Hebammen, die sich für uns Frauen, für eine 1:1-Betreuung und eine natürliche Geburt stark machen.”

Was Bedeutet dies für uns?

Eine Hebamme darf ohne Versicherung nicht arbeiten!

Das bedeutet, bei jeder Schwangeren die eine natürliche Geburt möchte, muss ein Arzt anwesend sein. Gut denken viele, dann macht das eben ein Arzt. Aber können denn z.B. 10 Ärzte gleichzeitig bei 10 zur gleichen Zeit stattfindenden Geburten dabei sein? NEIN!
Und was sind die Folgen daraus? Viele Ärzte werden sich viel zu schnell für einen Kaiserschnitt entscheiden oder bereits vor der Geburt den Frauen einen “verkaufen”. Geht schneller, ist geplanter und es bringt mehr Geld.

Aber möchten wir das?

Ich mit Sicherheit nicht! Mein großer Sohn Elias habe ich auf natürliche Weise zur Welt gebracht. Und ich bin den Hebammen, die mich in diesen harten Stunden begleitet haben unendlich dankbar. Die Hebammen waren die 9 Stunden an meiner Seite waren. Sie haben mich betreut haben, mir die Angst genommen haben, mich aufgebaut haben als nicht mehr konnte. Sie haben in diesen Stunden einen tollen Job geleistet und mir ein wundervolle Geburt bereitet.

Henry wurde leider ein Kaiserschnitt, da ich eine schwere Hüftdysplasie habe. Meine rechte Hüfte ist nicht geschlossen und bei Elias Geburt habe ich mir leider die Hüfte dabei ausgekugelt. Ich durfte also meine Hüfte nicht erneut so einer Belastung aussetzten. Die Hebammen die mich auf den Kaiserschnitt vorbereitet haben, haben mir viel Angst genommen. Das Wichtigste jedoch, war die Zeit nach dem Krankenhaus zu Hause. Ohne meine Hebamme die 2x die Woche zu mir nach Hause kam, wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Mir ging es körperlich nicht gerade gut, außerdem hatte ich ja noch Elias zu versorgen. Ich hätte also zu jeder Kontrolle (bzgl. der Narbe oder zu Henry) zu meinem Frauenarzt oder Kinderarzt fahren müssen! Und das kurz nach meiner OP mit zwei Kindern!!
Für mich undenkbar und unvorstellbar. Meine Hebamme hat mir in schweren Zeiten “die Hand gehalten”, wenn ich verunsichert war ob mein Kleiner vom stillen satt wurde, hat sie mir die Angst genommen, hatte immer ein offenes Ohr wenn ich Kummer hatte. Zeigte mir immer Verständnis und baute mich auf. OHNE SIE hätte ich Henry niemals so lange Stillen können. Nur durch ihre Hilfe ist mir das alles gelungen. Auch heute, 6 Monate nach Geburt kann ich sie jederzeit anrufen wenn ich unsicher bin.
DAS kann mein Arzt oder Frauenarzt nicht. Diesen kann ich nicht Abends um 22 Uhr anrufen oder ihn noch bitten herzukommen. Nein, dafür müsste ich dann mit beiden Kindern ins Krankenhaus fahren. Stundenlang rumsitzen und wahrscheinlich meinen quengelnden Sohn beschäftigen während mein jüngster weint und gestresst ist… Furchtbare Situation für mich!
Und da unsere Familienplanung eventuell noch nicht abgeschlossen ist, möchte ich nach meiner 3. Geburt nicht ohne Hebamme da stehen. Dieser Gedankte macht mir wirklich Angst. Man steht als Frau und Mutter wie ein Kind im Wald verlassen da. Und ich denke egal, ob es das Erste oder das Fünfte Kind ist das man bekommt – als frisch gebackene Mutter immer wieder neue Ängste und ist oftmals verunsichert.
Was würden wir nur ohne Nachsorgehebamme machen? Genau, in vollgestopften Wartezimmern hocken und unseren Kindern unnötigen Stress aussetzen. Nein danke sag ich da nur!

Was können wir tun?

Teil Blogs die auf das Thema aufmerksam machen! Geht zu Demos, tragt euren Unmut hinaus an die Öffentlichkeit.
Alle Politiker sollen merken, das wir uns das nicht gefallen lassen. Das wir unsere Hebammen brauche. Jetzt und auch in Zukunft.

 

RETTET UNSERE HEBAMMEN

One thought on “AUFRUF: Rettet unsere Hebammen!!!

  1. Auch ich bin Mutter von zwei Kindern.
    Wenn ich nach meiner zweiten Geburt keine Hebamme an meiner Seite gehabt hätte die ich 24 Stunden am Tag hab anrufen können wäre es böse für mich ausgegangen. Da ich eine schlimme Brustentzündung gehabt habe und meine Hebamme alles versucht hat um das wieder in Ordnung zu bekommen mit allen Mitteln die Ihr zur Verfügung gestanden haben.
    Ich will mir gar nicht vorstellen was mit meiner Brust passiert wäre wenn Sie nicht da gewesen wäre.
    Somit möchte ich mich auch nochmal vom Herzen bei Ihr bedanken.

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